Das Notenlesen

Als praktizierender Lehrer, der neben Kindern und Jungendlichen, auch Erwachsene unterrichtet, werde ich mit Fragen konfrontiert, über die ich mir vorher so noch keine Gedanken machte, beispielsweise das Notenlesen. Ich habe Schüler, die nur schwer einsehen wollen, das Notenlesen zu lernen. Interessanterweise handelt es sich hierbei um Erwachsene. Das Argument ist, dass man frei spielen wolle. Wie will man jedoch frei spielen (und was ist das überhaupt?), wenn die Voraussetzungen nicht geschaffen sind und das Verständnis, wie Töne miteinander in Verbindung stehen, fehlen?
Das Notenlesen gehört zu einer Grundvoraussetzung, wie beispielsweise das Erlernen der Buchstaben in der Grundschule, um später einen fremden Text erfassen zu können. Das Umsetzen von Notentext in Musik oder das Umsetzen von Musik in Notentext, ist eine wunderbare Arbeit für das Gehirn. In der Tat gibt es Ausnahmemusiker, die keine Noten lesen können. Ja, Ausnahmemusiker, wie zum Beispiel ein Hans Zimmer. Den Schülern nicht nahetreten zu wollen, handelt es sich bei den meisten nicht um diese Sorte.
Es ist mehr eine Faulheit, sich mit vermeintlich unliebsamen Dingen nicht beschäftigen zu wollen. Es ist jedoch eine Arbeit, die wichtig ist, wenn wir musizieren wollen. Zumal es eine sehr befriedigende Arbeit ist, zu wissen und zu verstehen, wie Musik funktioniert.

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